Mittwoch, 8. Juni 2011

White Knight Chronicles II
Eine ernstzunehmende Konkurrenz für Final Fantasy?


White Knight Chronicles II ist der Nachfolger des japanischen Rollenspielhits White Knight Chronicles aus dem Jahr 2010. Der von Fans heiß erwartete zweite Teil steht kurz vor der europäischen Veröffentlichung. Entwickelt wurde das Rollenspiel von Level-5. In Deutschland insbesondere durch ihren Rätselprofessor Layton bekannt. Ob sich das Warten gelohnt hat, erfahrt Ihr in der nachfolgenden Review.

Die Geschichte knüpft unmittelbar an die des ersten Teils an. Man schlüpft wieder in die Haut von Leonard und darf sich der Macht des White Knights bedienen. Obwohl der Krieg der Königreiche abgewendet wurde, scheinen die Unruhen in Balandor nicht abzureißen. Als dann auch noch die Magi auftauchen, scheint Leonard nichts anderes übrig zu bleiben. Er muss sich wieder in den Incorruptus verwandeln, um  das Königreich ein weiteres Mal vor seinem Ende zu bewahren.

Eines vorweg: Die Entwickler haben aus den Fehlern des ersten Teils gelernt. Viele Spieler beklagten sich über langweilige Kämpfe, bei denen die Gegner zu viele Leben hatten und zu wenig Herausforderung boten. Der Spieß wurde jetzt umgedreht. Ohne eine gute Strategie und genügend Befehle für die Teammitglieder überlebt man nicht lange. Dafür gibt es glücklicherweise den Menüpunkt Kampfeinstellungen. Hier lässt sich das Verhalten eines Teammitglieds im Kampf einstellen. So kann er sich beispielsweise nur aufs Heilen oder eben nur auf den Kampf konzentrieren. Wünschenswert wäre es gewesen, wenn man genaue Befehle, wie die Reihenfolge der Zauber hätte geben können. Daher sind die Variationsmöglichkeiten leider stark begrenzt. Diese erübrigen sich sowieso, wenn man mit Anderen online spielt. Denn der Kooperationsmodus unterstützt bis zu fünf weitere Mitspieler.

Bevor es aber ins eigentliche Spiel geht, muss man seinen Charakter erstellen. Sofern man den ersten Teil schon durchgespielt hat, kann man seine Daten, samt Gildenränken importieren. Ansonsten erstellt man eine komplett neue Figur. Wie gewohnt hat man einige Variationsmöglichkeiten, damit der fertige Held auch genau den Vorstellungen entspricht.
Am Anfang gibt es erst einmal eine kurze Rückblende. Die Geschichte ist gut und teilweise spannend erzählt. Mit der Zeit wird es aber, bei über 30 Stunden Spielzeit, schwer sich alles zu merken. Nach der Einleitung taucht man sofort ins Geschehen ein und kann sich in aller Ruhe mit der Steuerung und der Spieltechnik auseinandersetzen. Lesemuffel werden aufatmen: Anstatt vieler Tutorials, gibt es fast gar nichts zu lesen. Stattdessen wird der Schwierigkeitsgrad nach und nach angeschraubt. Genug Zeit um sich mit allem vertraut zu machen.

Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab und werden mit der Zeit aber immer fordernder. Man hat verschiedene Fähigkeiten und kann diese durch einen Levelaufstieg stets verbessern. Dabei ist es wichtig, dass man immer genau im Auge behält, welche Spezialisierung ein Charakter hat. So entscheidet es im Kampf über Leben und Tod, ob der Heiler seine Punkte komplett in der Magie-Spezialisierung hat. Ein wenig Einarbeitungszeit und ein gesundes Verständnis von Rollenspielen sollte man definitiv mitbringen.

Obwohl es ein rundenbasiertes System ist, kann man sich frei bewegen. Zwar muss man stets warten bis man wieder am Zug ist, im Vergleich zu Final Fantasy XIII, macht es so aber mehr Spaß. Zudem müssen Kämpfe mit mehr Strategie angegangen werden. In welcher Reihenfolge greife ich die Gegner an? Welcher Angriff macht bei diesem Gegnertyp den meisten Schaden? Sollte ich meine MP für diese Fähigkeit verbrauchen? Alles Fragen, die Hardcore-Rollenspieler ein Lächeln auf die Lippen zaubert. 

Auch die Grafik wurde aufpoliert und insbesondere große Monster sind nett anzusehen und um die Ecke zu bringen. Dabei liegt der besondere Reiz natürlich sich in den weißen Incorruptus zu verwandeln. Aus großer Macht folgt große Verantwortung. Die Verwandlung ist nur von kurzer Dauer und sollte somit klug genutzt werden. Denn sobald man keine MP mehr übrig ist die Transformation vorbei. 

Leider gibt es aber auch ein paar negative Punkte. Die Kämpfe ziehen sich manchmal ein wenig und werden erst im späteren Spielverlauf abwechslungsreicher. Darüber hinaus geht den NPCs zu schnell das Mana aus. Doch mehr als Heiltränke nehmen sie nicht. Man muss die Charaktere also einzeln anwählen und selber dafür sorgen, dass ihr Mana regeneriert. Auch starke Zauber werden selten benutzt und dann meist bei kleineren Gegnern. Hier hätte man noch ein wenig an der künstlichen Intelligenz der Mitspieler feilen sollen. Während die Ladezeiten komplett in Ordnung gehen, dehnen sich die Speicherzeiten manchmal sehr lange aus. 

Das Spiel wendet sich, ohne Frage, an Rollenspiel-Enthusiasten. Gelegenheitsspieler oder Ballerliebhaber werden dem Titel nichts abgewinnen können. Wer aber eine willkommene Alternative zu Final Fantasy sucht, Rollenspiele liebt oder ein wenig tiefer in die japanische Spielewelt eintauchen will, dem ist White Knight Chronicles II wärmstens zu empfehlen.

Übrigens hat Level-5 den westlichen Spielern ein ganz besonderes Zugeständnis gemacht: Der erste Teil befindet sich ebenfalls auf der Blu Ray, in einer überarbeiteten Fassung. Ihr könnt also entscheiden, ob ihr die komplette Geschichte oder direkt den zweiten Teil spielt. Wenn Ihr mit den zweiten Teil startet, beginnen die Spielercharaktere auf Level 35.


 





Weiterführende Links:


Vielen Dank an Sony Online Entertainment und HDM  für die Bereitstellung des Testexemplars!

Tags: White Knight Chronicles II, Playstation 3, Sony, Weißer Ritter, Chroniken, Schwertkämpfe, Rollenspiele, RPGs, Multiplayer

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