inFamous 2
1.21 Gigawatt gibt es im 21. Jahrhundert an jeder Ecke
Cole MacGrath ist zurück und hat neben alten Freunden eine deftige Ladung an neuen Kräften mitgebracht. Entwickler Sucker Punch hat sich nicht Lumpen lassen und das Erfolgsrezept vom ersten Teil weitergeführt. Doch anstatt die Brühe noch einmal aufzuwärmen, wartet der zweite Spross mit famosen neuen Zutaten auf. Dank Publisher Sony, dürfen wir wieder mit Blitzen wild um uns schießen. Ob es noch mehr Freude bereitet, Gegner zu brutzeln und Häuserwände hochzuklettern erfahrt Ihr in der nachfolgenden Review.Klettermeister und Parcours-Ass Cole wird von Visionen geplagt. Eine riesengroße Bestie sucht Empire City heim und er kann sie nicht stoppen. Doch der Traum entpuppt sich wenig später als bitterböse Realität. Die Bestie greift die Stadt an. Aber wenn er das Monstrum im Schlaf nicht besiegen kann, wie soll er es dann im echten Leben schaffen?
My name is Cole
Ab hier setzt der Spieler ein. Man darf sich erst einmal mit der leicht verständlichen Steuerung vertraut machen und energiegeladene Blitze verteilen. Doch die machen das Ungeheuer nur wütender. Und es kommt wie vorhergesehen: Nach einem kurzem Kampf gibt es einen ordentlichen Tritt in die Eier – Und zwar mit Anlauf! Ausweglos flüchten sich der geschundene Held und sein Gefolge nach New Marais. Dort angekommen trifft das Trio auf Dr. Wolfe. Dieser kann glücklicherweise Licht ins Dunkle bringen und erläutert Cole, wie er das Biest besiegen kann. Insgesamt sieben Explosionskerne müssen gefunden werden. Doch das ist leichter gesagt als getan. Denn im Land herrscht Anarchie und die Militia unterdrückt das Volk. Angeführt von Bertrand, der angeblich wieder Recht und Ordnung herstellen will, schießen die Söldner auf alles und jeden, der nicht kooperiert. Schnell wird klar, dass mehr hinter der Geschichte steckt. Denn Coles Präsenz in New Marais scheint für den Diktator äußerst erfreulich zu sein.
Somit geht es auch in der neuen Stadt drunter und drüber. Und der wasserscheue Klettermaxe hat alle Hände voll zu tun. Nicht nur die eigenen Probleme wollen gelöst werden, auch New Marais braucht ganz dringend einen Helden.
Dabei steht dem Spieler, dank Sandbox, die Welt offen. Spielspaß und Abwechslung sind hier garantiert. Denn neben der Hauptgeschichte, die mehr als 30 Missionen umfasst, gibt es noch knapp 60 Nebenmissionen. Dazu noch kleiner Aufgaben, wie etwa 29 Audio Files sammeln, Bomben entschärfen, Splitter einsammeln und so weiter. Dabei kommt so schnell keine Langeweile auf.
Nach jeder Haupt- oder Nebenmissionen gibt es Erfahrungspunkte, die wiederum gegen neue Fähigkeiten getauscht werden. Dabei entwickelt man seine Kräfte stets weiter und wird mit jeder Verbesserung ein Stück mächtiger. Das spürt man auch umgehend im Spiel. Während man anfangs mit Drücken auf R2+X eine kleine Explosion hervorruft und Gegner umhaut, kann man, nach verbessern der Fertigkeit, eine viel größere Detonation erzeugen, so dass es die Gegner aus den Latschen haut. Aber Obacht: Manche Kräfte können nur freigeschaltet werden, wenn man bestimmte Aufgaben gelöst hat. Beispielsweise fünf Kopfschocks verpassen oder durch Umgebungskills ins Jenseits befördern.
Ähnlich verhält es sich auch mit den passiven Kräften. Nach zehn Nebenaufgaben kann man einer dieser Kräfte aufleveln. Benötigt Cole beispielsweise vier Sekunden um sich an seinem Stromkasten wieder aufzuladen, braucht er nach einem Upgrade nur noch zwei Sekunden. Außerdem wird das Feindgebiet nach jeder Nebenmission immer weiter eingedämmt. Das heißt, dass in einem bestimmten Areal kein Gegnervorkommen mehr gibt.
Zu guter Letzt gibt es noch eine dritte Missionsart, welchen Eingriff in den Spielverlauf nimmt. So genannte „Gute“-Missionen und „Böse“-Missionen. Da unser Titelheld an das Karma glaubt, sammelt er Punkte. Hier hat der Spieler die freie Entscheidung, wie Cole sich entwickelt. Schlägt er den guten Weg ein, muss er alles ein wenig komplizierter angehen. Beispielsweise darauf aufpassen, dass er bei einem Kampf keine Zivilisten röstet. Je nachdem welcher Weg eingeschlagen wird, ändern sich auch seine Fähigkeiten und das Spielende! Manche Entscheidungen müssen auf der Stelle, andere wohl überlegt, gemacht werden. Durch die Entscheidungen ändert sich der Verlauf des Spiels erheblich. Zudem gibt es noch eine besondere Neuerung: Spieler generierter Inhalt. Dabei kann man nicht nur Missionen absolvieren die von anderen gemacht wurden. Sondern man kann auch selber Hand anlegen und Missionen für Mitspieler aus aller Welt kreieren.
Das Kampfsystem wurde gekonnt überarbeitet und geht nun um einiges leichter und genauer von der Hand. Mit dem AMP kann man nun auch dem Feind im Nahkampf ordentlich auf die Mütze geben. Komboattacken runden den Spaß durch so genannte Finisher ab.
Und bei den Klettereinlagen wird selbst ein Ezio Auditore neidisch. Federleicht schwingt sich Kletteraffe Cole von Dach zu Dach, klettert gediegen eine Häuserfassade hoch oder kraxelt unbeirrt an die Spitze eines Baumes. Das dabei die Steuerung manchmal sogar zu präzise reagiert und man ausversehen hinter, anstatt auf der Mauer landet, ist zu verzeihen.
Ebenfalls die kleineren Grafikbugs oder gleichaussehende Ecken sind noch zu verschmerzen. So ist es aber schade, dass die Geschichte keinen wirklichen Tiefgang erreicht und sich keine wirkliche Spannung aufbaut. So etwas mag bei einem so umfangreichen Spiel sowieso schwer sein, aber Sympathie oder Empathie entwickelt man für keinen der Charaktere, höchstens für den Titelhelden. Der Soundtrack unterstreicht das Manko noch, da er eher unspektakulär und nichtssagend daherkommt. Obendrein gibt es manchmal Tonaussetzer. Wenn ein Helikopter abstürzt und man die Explosion nur sieht und nicht hört, kann das ein wenig die Atmosphäre rauben.
Nichtsdestotrotz hat Sucker Punch mit inFamous 2 voll ins Schwarze getroffen. Action-, Abenteuer und auch Gelegenheitsspieler werden ihre helle Freude an dem Open World-Titel haben. Es gibt viel zu tun. Und dank dem User-Content wird die Missionsflut auch so schnell nicht abebben. Wer also ein unterhaltsames Spiel für unzählige Stunden voller Spielspaß sucht ist hier goldrichtig.
Weiterführende Links:
Herausgeber: http://www.soe.com/de/sonyonline/
Entwickler: http://www.suckerpunch.com/
Vielen Dank an Sony Online Entertainment für die Bereitstellung des Testexemplars!
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